Die ausführliche Rückschau auf die Championship Games

Unser Packers- und Bills-Autor kommen ein letztes Mal zu Wort und verabschieden sich von dieser Saison und unsere Chiefs- und Bucs-Autoren blicken auf ein erfolgreiches Wochenende zurück!

In eigener Sache: Wir haben unseren internen Discord-Server für alle NFL-Fans geöffnet. Am Sonntag haben wir dort schon leidenschaftlich über die beiden Spiele diskutiert - über 100 NFL-Fans sind schon mit dabei. Die Anmeldung ist kostenlos und über folgenden Link möglich:

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Noch ein zweiter Hinweis: Heute (28.1.) Abend haben wir um 19.30 Uhr mit Roman Motzkus ein “AMA” (ask me anything) organisiert. Jede:r von euch darf Fragen stellen und Roman wird diese für eine Stunde circa beantworten. Klickt dafür einfach auf unsere Seite oder auf folgenden Link:

Zum AMA mit Roman Motzkus


NFC Championship Game

Buccaneers 31 - 26 Packers


Green Bay Packers

Rückschau: Ein Spiel der verpassten Möglichkeiten! Die Packers verlieren das NFC Championship Spiel mit 26-31 gegen die Tampa Bay Buccaneers und für Packers-Fans bleibt nur das Gefühl, dass hier eine große Chance vertan wurde. Im Detail:

Die erste Hälfte des Spiel erinnert allen voran auf der defensiven Seite der Packers verdächtig stark an die Niederlage in Woche 6 gegen eben jene Buccaneers. Die Defensive hat große Probleme, die Bucs zu stoppen und Tom Brady findet bei dritten Versuchen immer wieder offene Receiver. Besonders augenscheinlich sind die Probleme der Packers bei der Verteidigung von Screens. Auf der anderen Seite verpasst es die Offensive im zweiten Viertel, einen Touchdown aus aussichtsreicher Position zu erzielen. Ausgerechnet die verlässliche Kombo aus Rodgers zu Adams funktioniert hier nicht.

Doch die wohl (vor-)entscheidende Sequenz des Spiels startet mit einer Interception von Rodgers mit 34 Sekunden auf der Uhr im zweiten Viertel und endet mit einem Touchdown der Buccaneers nach 1,02 gespielten Minuten im dritten Viertel. Diese 96 Sekunden Spielzeit stehen exemplarisch für das gesamte Spiel der Packers. Was war also passiert?

Zunächst scheinen die Packers beim Spielstand von 10 zu 14 auf gutem Wege noch Punkte vor der Halbzeit machen zu können, doch die Interception stoppt diese Vorhaben jäh. Allerdings übersehen die Schiedsrichter in diesem Spielzug ein klares Halten gegen Allen Lazard. Eine verpasste Möglichkeit. Die Bucs bekommen also den Ball zurück und beim zweiten Versuch probiert Tom Brady einen langen Pass auf Mike Evans, doch der Ball ist schlecht platziert. Der Safety der Packers Will Redmond hat seinerseits nun die Chance auf eine Interception, doch kann diese nicht festhalten. Eine verpasste Möglichkeit. Trotzdem zwingt man die Bucs dazu den vierten Versuch auszuspielen und sie können diesen konvertieren. Mit einem Pass zu Running Back Leonard Fournette, welcher zuvor bereits zwei kritische Drops verzeichnete. Mit 8 Sekunden zu spielen im zweiten Viertel, dann der erste harte Schlag für alle Packers Anhänger. DC Mike Pettine lässt CB Kevin King man-to-man Verteidigung spielen, obwohl eine risikoärmere Coverage hier wohl jegliche Chancen auf größeren Schaden eliminiert hätte. King kann mit dem Speed von Bucs WR Scotty Miller nicht mithalten und dieser erzielt einen Touchdown. Eine verpasste Möglichkeit. 21-10.

Nach der Pause bekommen die Packers den Ball und die Aussicht wieder zu verkürzen, doch Aaron Jones verliert den Ball und die Bucs stehen wieder kurz vor der Endzone. Eine verpasste Möglichkeit. Die Sequenz endet mit einem Touchdown von Cameron Brate. 28-10. Innerhalb von 96 Sekunden haben die Bucs ihre Punkteausbeute also verdoppelt.

Warum steht diese Sequenz nun sinnbildlich für das gesamte Spiel?

Es sind die verpassten Möglichkeiten (plus fragwürdige Schiedsrichterentscheiden), die auch den Rest des Spiels prägen werden: Zwar steigert sich die Defensive der Packers merklich und angelt sich ganze drei Interceptions gegen Tom Brady, doch die Offensive kann diese Gelegenheiten nur bedingt nutzen. Nach zwei Interceptions durch Jaire Alexander muss sie zweimal nach drei Versuchen direkt wieder vom Feld (dabei wird erneut ein Halten an Lazard übersehen) und als sie es schließlich kurz vor Schluss doch nochmal in die Redzone schafft, muss sie sich erneut mit einem diskutablen Field Goal begnügen und Tom Brady schafft es anschließend die Zeit (begünstigt durch eine Holding-Penalty) herunterzuspielen.

Fazit: Diese Niederlage schmerzt unheimlich für Packers-Fans, denn die Chancen zum Sieg waren gegeben, Tom Brady und seine Bucs zeigten keinesfalls ein perfektes Spiel, doch am Ende bleibt es ein Spiel der verpassten Möglichkeiten für die Packers.   


Tampa Bay Buccaneers

Rückschau: Unglaublich! Die Tampa Bay Buccaneers stehen im Super Bowl LV! Es ist erst die zweite Teilnahme in ihrer Geschichte. 

13 Monate ist jetzt her, dass die Bucs eine durchwachsene Saison mit 7-9 beendet haben. Völlig überraschend wurde kurz danach Tom Brady nach Tampa gelotst. Natürlich waren wir Fans voller Hoffnung, dass Brady das Team in die Playoffs führen könne. Aber niemand hat wirklich ernsthaft geglaubt, dass es für den Super Bowl reichen würde. Vor allem wenn man bedenkt, dass dies ohne wirkliche Preseason funktioniert hat.

Im Championship Game gegen die Green Bay Packers hatte Tom Brady allerdings nicht sein bestes Spiel im Trikot der Bucs. Drei untypische Interceptions, die alle für Mike Evans gedacht waren, trüben ein bisschen den 31-26 Sieg. Dafür hat die Defense brilliert. 41 Punkte aus Turnovers hat die Defense der Buccaneers diese Postseason bereits erzielt. Besonders Shaq Barrett und Jason Pierre-Paul wussten zu gefallen. Aber auch die Rückkehr von Vita Vea und die Explosivität von Devin White haben entscheidend zum Sieg beigetragen.

WR Antonio Brown scheint nach seiner Knieverletzung, die er sich in der Divisional Round bei den Saints zugezogen hat, rechtzeitig zum Super Bowl wieder fit zu werden. Gut so - denn wir brauchen jeden Mann, um Patrick Mahomes und seine Chiefs zu stoppen.

In der Nacht vom 07. auf den 08.02.2021 um 0:30 Uhr (live auf ProSieben) ist es endlich soweit - das Spiel der Spiele steigt im Raymond James Stadium in Tampa Bay. Es ist das erste Mal, dass ein Team in seinem Wohnzimmer den Super Bowl bestreiten kann. Leider wird der Effekt nicht ganz so groß sein - COVID-19 sei Dank... Dennoch können sich unsere Jungs in gewohnter Umgebung und ohne Ablenkung auf ihren großen Tag vorbereiten.

Die Bucs treffen bereits zum zweiten Mal in dieser Saison auf die Kansas City Chiefs. Das erste Spiel in Wochen 12 ging mit 27-24 an die Chiefs. In diesem Spiel hatten die Buccaneers den Beginn der Spiels völlig verschlafen und lagen schnell mit 7-20 hinten. Das Aufbäumen in diesem Spiel kam allerdings zu spät und die 14 Punkte im vierten Viertel reichten nicht mehr. Soetwas sollte im Super Bowl natürlich nicht passieren. Trotzdem brauchen die Bucs einen perfekten Tag, um die Power-Offense der Chiefs zu stoppen.

Ich bin jedenfalls heiß wie Frittenfett!

Go Bucs!


AFC Championship Game

Buffallo Bills 24 - 38 Kansas City Chiefs


Buffallo Bills

Rückschau:Die Buffalo Bills sind aus den Play-Offs ausgeschieden und unterlagen den Kansas City Chiefs im AFC Championship Game mit 24:38. Bis zum Ende der ersten Viertels (9:0 Buffalo) konnte man noch auf eine Überraschung hoffen, doch dann rollte die Chiefs Offense über die Bills drüber. Die Defense tat es ihr gleich, sodass man ab der zweiten Hälfte nie das Gefühl hatte, dass das Spiel noch eine Wendung nehmen könnte. Die Bills waren nicht in der Lage ihren Game Plan auf beiden Seiten des Balles umzusetzen und ihr Spiel aus dem Rest der Saison zu zeigen.

Da war zum einen Josh Allen, der zwar ein paar gute Plays hatte, aber kaum konstant auf dem "MVP" Level spielen konnte und insgesamt ein schwächeres Spiel machte.

Chiefs DC Spagnuolo schaffte es, Allen nicht die Looks zu geben, die er erwartete Post-Snap. Dadurch wirkte Allen nervös in der Pocket und musste einfach zu oft in höchster Not scramblen. Dabei hatte man sich durch die Guards Ike Boettger und Jon Feliciano erhofft, die im Spiel in Woche 6 nicht dabei waren, eine stabilere Offensive Line zu stellen. Doch das Gegenteil war der Fall, die Defensive Line setzt ihnen arg zu und setzte Allen ein ums andere mal unter Druck. Zudem war das Bills Run Game mal wieder kein Faktor in diesem Spiel (Josh Allen mal ausgenommen). Durch diskutable Coaching Entscheidungen bei 4th Down schnitten sich die Bills wahrscheinlich auch noch ins eigene Bein. Egal welchen Experten man vor dem Spiel zu Rate zog, es hieß immer scoren, scoren, scoren und die Bills waren bis dato auch eines der aggressiveren Teams in diesen Situationen. Doch gerade im Spiel gegen die Chiefs verließ HC Sean Mc Dermott der Mut.

  • 4th&3 an KC 33 im ersten Drive (FG)

  • 4th&2 an KC 2 kurz vor der Halbzeit ( FG)

  • 4th&3 im 3. Viertel an KC 8 bei 12 Punkten Rückstand (FG)

Die Entscheidung des dritten Field Goals gab McDermott nach dem Spiel zu würde er jetzt anders treffen.

Auf defensiver Seite hatten die Bills mit ihrer vorwiegenden Zone Coverage alle Hände voll zu tun dem Speed von Tyreek Hill und Mecole Hardman zu folgen. Immer wieder wurde die Defense durch Pre-Snap Motion und Misdirections verwirrt. Patrick Mahomes konnte dies durch kurze schnelle Pässe zu Kelce über die Mitte oder nach außen auf die sich in Motion befindenen Wide Receiver ausnutzen. In der zweiten Hälfte versuchten die Bills dann etwas mehr mit Man Coverage den Chiefs zu entegegnen. Doch auch das konnte die Offense nicht stoppen, wie das Beispiel von Tyreek Hills 71 Yards Catch and Run aus dem Slot gegen Taron Johnson zeigt.

Das die D-Line im gesamten Spiel keinen wirklichen Druck auf Mahomes ausüben konnte machte das ganze Unterfangen nicht unbedingt leichter.

Wie man es dreht und wendet, ein hochverdienter Sieg für Kansas City. Die Bills haben eine tolle Saison gespielt, waren aber noch nicht reif für den Sprung in den Super Bowl, aber ab September wird ja auch wieder Football gespielt.


Kansas City Chiefs

Rückschau: #Runitback! Mit einem 38 zu 24 Sieg holen sich die Kansas City Chiefs den AFC Titel und die damit verbundene Lamar-Hunt-Trophy! In einem überzeugenden Spiel, bei dem die Chiefs offensiv wie auch defensiv das komplette Spiel über das dominantere Team waren, lies man den Buffalo Bills keine Chance um den Einzug in den Super Bowl.

Wie es schon letztes Jahr in den Playoffs der Fall war fiel man früh in Rückstand. Die Bills führten nach einem muffed Punt von Wide Receiver und Punt Returner Mecole Hardman schnell mit 9:0. Hier aber konnte man die Mentalität der Chiefs und vor allem deren Anführer Patrick Mahomes wieder bestens erkennen. Mahomes strahlt in solchen Situation eine solche Selbstsicherheit und Ruhe aus, die das ganze Team pusht und die jeden einzelnen Spieler an den Sieg glauben lässt.

Mahomes konnte trotz Turf Toe überzeugen und lief auch wieder einige Male selber. Mittelpunkt der Offense waren aber einmal mehr WR Tyreek Hill und TE Travis Kelce. "Zeus", wie Kelce genannt wird, hatte 13 Receptions (Franchise Rekord) für 118 Yards und 2 Touchdowns. Damit löst er Rob Gronkowski als den TE mit den meisten Yards in einer Saison (regular + post season) mit 1534 Yards ab und ist in der All-Time Liste auf Platz zwei der meisten Playoff-Touchdowns eines TEs (neun), der meisten Yards (859) und Receptions (73) hinter Rob Gronkowski. Mit seinem bereits fünften Playoffspiel mit über 100+ Receiving Yards stellt er ebenfalls einen NFL-Rekord auf.

Nebst Zeus überzeugte auch "Cheetah", WR Tyreek Hill. Er war nicht zu stoppen und erzielte ganze 179 Yards (Franchise Rekord). Auch der Two-Deep-Safety-Look der Bills konnte die Offense nicht ausbremsen.

Das die Offense sehr schwer zu stoppen ist, ist seit der MVP-Saison wohl allen anderen Teams klar. Im Spiel gegen die Bills aber vor allem überzeugen konnte war die Defense. Wie schon im letzten Jahr scheint diese in den Playoffs eine Schippe drauflegen zu können und dominierte die Offense der Bills rund um QB Josh Allen und WR Stefon Diggs praktisch nach belieben. Die Defensive Line rund um Frank Clark und Chris Jones konnte guten Druck ausüben, während die Secondary im absoluten Shutdown-Modus war. Safety Juan Thornhill, der über die letzten Spiele langsam von seiner Verletzung zurückgekehrt ist, spielte wohl eines seiner besten Spiele seiner noch jungen Karriere. Dies eröffnet seinem Partner Tyrann Mathieu viele Möglichkeiten, als Robber zu spielen oder selber zu blitzen. Ebenfalls sehr stark war Rookie CB L'Jarius Sneed, den ich schon nach dem Spiel gegen die Browns sehr gelobt hatte. Die Defense hatte die höchste Pressure-Rate bei Dropbacks des gegnerischen QBs, mehr noch als die Buccaneers und ist im richtigen Moment in Höchstform.

Und wenn Mahomes seine bis anhin unglaublichen Playoff-Statistiken beibehalten kann, so werden die Chiefs den Super Bowl als Favoriten antreten.

News: Leider hat sich Left Tackle Eric Fisher einen Achillessehenriss zugezogen. Er wird nicht nur den Super Bowl, sondern auch einen grossen Teil der nächsten Saison verpassen. Dieser Ausfall ist extrem bitter, weil die Chiefs in der Offensive Line schon sehr angeschlagen sind. Im Super Bowl werden wir wohl mit vier Backups antreten müssen, darunter zwei Siebtrundenpicks...


Wir bedanken uns von ganzem Herzen bei unseren Patrons Hans-Georg, Moritz, der u.a. einen Panthers-Podcast macht, bei Leon und bei Matthias!